von Wild, Ruth - Schweiz
Sie wurde am 3. August 1912 in Barcelona geboren. Ihre Familie stammte aus Glockenthal, in der Nähe von Thun im Kanton Bern. Neben ihrer Muttersprache Deutsch sprach sie fließend Französisch, Spanisch und Englisch. Sie machte ihr Diplom zum Unterrichten der französischen Sprache. Von 1933 bis 1936 unterrichtete sie an der Schweizer Schule in Barcelona. Bei Ausbruch des spanischen Kriegs wurde die Schule geschlossen und sie ging nach England, wo sie Englisch studierte.
Im August 1938 kehrte sie nach Barcelona zurück und arbeitete für die Schweizer Kinderhilfe in der Kinderkolonie Pasionaria in Barcelona. Im Jahre 1939 mussten sie sich wegen des Sieges der Putschisten nach Frankreich zurückziehen.
Im Januar 1939 evakuierten Ruth von Wild, Karl Ketterer und Rodolfo Olgiati mit zwei LKW´s unter Beschuss die Kinder nach Südfrankreich.
Der Konvoi kam in Perpignan, in den östlichen Pyrenäen, an. Die Kinder waren durch die Flucht sehr geschwächt. Im Juni 1939 hatte der Ausschuss der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Spanienkinder (SAS)  die Schweizer Kolonie in einer verlassenen Burg am See Hameau du Lac in der Nähe von Sigean gegründet.Sie konnten mindestens hundertfünfzig Kinder aufnehmen. Die Kinder kamen aus den Kinderkolonien Pasionaria, Rosa Luxemburg und Pau Casals de Bagur, aus dem Krankenhaus Perpignan und anderen Einrichtungen. Ruth leitete die Kolonie vom Sommer 1940 bis zur Schließung am 6. Juni 1946.
Gleich nach dem II. Weltkrieg war sie für das Hilfswerk in Deutschland tätig. Das Evangelische Hilfswerk der Kirchen der Schweiz (HEKS) hatte ein Kinderheim in Brünsberg/Deutschland eröffnet. Sie führte die Kolonie 13 Jahre lang. Von 1961 bis 1974 leitete sie das Heim Pelikan für Flüchtlinge in Weesen im Kanton Saint-  Gallen.
Ruth von Wild starb 1983.

Quellen: Helena Kanyar Becker: Vergessene Frauen - Schwabe Verlag Basel 2010;
http://www.sopos.org/aufsaetze/44a06107d71e3/1.phtml