Texidor, Greville

           

Greville wurde 1902 in Wolverhampton/Großbritannien geboren. Ihr Vater, ein Rechtsanwalt, schied 1920 wegen eines Skandals aus dem Leben. Ihre Mutter war eine in Neuseeland geborene Künstlerin.
Sie trat zusammen mit ihrer Schwester Kate als Tänzerin auf. In Buenos Aires heiratete sie 1929 den Spanier Manuel Maria Texidor i Catasus mit dem sie eine gemeinsame Tochter hatte. 1933 zog die Familie nach Barcelona und weiter in das Dorf Tossa de Mar an der Costa Brava. Hier traf Greville Werner Droescher und hatte eine leidenschaftliche Affäre mit ihm. Seit 1935 lebte sie getrennt von Manuel. Auf der Grundlage des neuen Scheidungsgesetzes der Republik wurde ihre Ehe am 24. November 1936 geschieden.
Nach dem Putsch Francos gehörte sie, wie auch Werner Droescher, der anarchistischen Centuria "Aguiluchos de las Corts" in La Zaida an. In ihr kämpften hauptsächlich Arbeitern und Straßenbahnfahrern des Straßenbahndepots von Las Corts, einem Vorort von Barcelona.  Die Centuria war nach Zaragoza aufgebrochen. Mit anderen Centurien führten sie militärische Aktionen durch und errichteten Verteidigungsgräben. Abends diskutierten sie mit den Bauern des Dorfes, um sie für ein landwirtschaftliche Kooperative zu gewinnen.
Hier lernte sie auch Emma Goldman kennen, die sie sehr beeindruckte. Sie trafen Emma Goldman in Barcelona und später in London wieder.
Grenville kehrte von der Front nach Barcelona zurück und gehörte der Milizeinheit der Rosselli-Brüder an. Mit dieser Milizeinheit ging sie nach Huesca an die Aragon Front.
Im August 1937 reisten Grenville und Werner nach London, um Hilfe für Spanien zu organisieren. Im Dezember kehrten sie nach Spanien zurück und fungierten als Verbindungsleute für das englische Hilfskomitee, das mit der Hilfsaktion der Quäker in Verbindung stand.
1938 bereiteten sie das erste Flüchtlingszentrum in der Provinz Gerona in Katalonien für Kinder aus Madrid vor. Greville und Werner betreuten 120 Kinder aus Madrid im Alter von drei bis fünfzehn Jahren bis Ende 1938.
Sie kehrten nach Barcelona zurück, das unter ständigen Bombenangriffen stand. Sie verließen Spanien und kehrte nach England zurück.
Mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges wurde Greville, da sie durch die Heirat Deutsche geworden war, im Holloway Gefängnis und Werner in Seaton in Devon interniert.
Ihre Mutter kehrte mit Grevilles Tochter Christina im Mai 1940 nach Neuseeland zurück. 
Grenville und Werner erhielten die Erlaubnis zur Ausreise nach Neuseeland. Am 10. Mai 1940 kamen sie in Auckland an. Hier trafen sie den Schriftsteller Frank Sargeson, mit dem sie freundschaftlich verbunden blieben.
Nicht lange danach wurden sie offiziell zu Ausländern erklärt und nach Paparoa im Norden deportiert. Sie zogen auf eine Farm im Landesinneren. Ende Dezember 1941 erhielten sie die Erlaubnis, nach North Auckland zu ziehen.
Grenville übersetzte spanische Literatur ins Englische, so auch Gedichte von Garcia Lorca. Sie schrieb eine Reihe von Kurzgeschichten, die 1987, lange nach ihrem Tod, von der Victoria University Press veröffentlicht wurden.
Das Paar hatte eine Tochter, Rosamund.
Von Neuseeland übersiedelten sie 1948 nach Australien. In den sechziger Jahren trennte sie sich von Werner, zog nach Spanien und verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens in Europa, bevor sie kurz vor ihrem Tod 1964 nach Australien zurückkehrte

Quelle: Texidor, Greville, 1902- 1964 and Werner Droescher 1911-1978;
http://readingthemaps.blogspot.com/2006/12/from-revolutionary-spain-to-1940s.html
http://sidbrint.ub.edu/en/node/30648 und Foto